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Maison Rouge

Cédric Flaction weiss, was er will; weiss, wohin er geht. Man braucht ihm keine Würmer aus der Nase zu ziehen, um zu erfahren, von welch' grossen Optionen seine oenologische Arbeit geleitet wird: "Ich liebe trockene Weine, aber das schliesst Feinheit nicht aus", erklärt er bereitwillig. "Ich versuche nicht, um jeden Preis zu produzieren, um zu konkurrieren, sondern charakteristische, der Rebsorte entsprechende Weine herzustellen; authentische Jahrgänge, edel und abgerundet im Ganzen." 

Einige grossartige Abfüllungen erlauben über die geleistete Arbeit im Cave des Cailles zu resümieren: Erziehung auf Hefe, Absenz von Kollagen, Raffinierung an der Luft sind dabei die vorrangigen Themenbereiche. Doch jede Rebsorte erfährt die Behandlung, welche auf der ihr eigenen Qualität ausgerichtet ist. Hier spielt Cédric Flaction mit verschiedenen Parametern: die Temperatur der Fermentierung beispielsweise; etwas höher für die Arvine als für den Chardonnay; die Stabilisierung nach der alkoholischen Gärung; systematisch beim Païen, abhängig vom Jahrgang bei anderen Rebsorten.... 

Hinsichtlich der Rotweine ist einer der Hauptüberlegungsgründe verbunden mit der Dauer des Aufenthalts im Fass. "Ich möchte sehr tanninhaltige Weine gewinnen, aber solche mit seidigem, fein gewandetem Tannin, ohne starken Angriff", erklärt der Oenologe. Um dies zu erreichen, bleiben seine Weine, je nach Verarbeitung der Rebsorten, manchmal bis zu 90 Tagen nach der Fermentierung im Bottich. 

Ein anderer Ueberlegungsgrund: die Auswahl der im Eichenfass erzogenen Weine. Auch hier weiss Cédric Flaction ganz genau, was er will. Nur gewisse Rebsorten haben Anrecht auf diese Behandlung. Für ihn steht ausser Frage, dass hier nur ausgewählte weiche und sehr delikate Variationen von Arvine und Pinot Noir vinifiziert werden. Was die kräftigen Sorten anbelangt, ist es unbedingt zu vermeiden, sie für immer mit einem unerwünschten, holzigen Beigeschmack zu prägen. "Ich habe Abscheu vor neuen Fässern", bekräftigt der Oenologe seine Aussage. Er zieht es vor, gebrauchte Fässer zu erwerben, in denen schon einmal ein Wein gereift ist. 

Man wird nun verstehen: die Weine des Cave des Cailles tragen die Handschrift von Cédric Flaction. Dem Mann, der die Fäden in der Hand hält. Er, der nur Weine produziert, die er selber trinkt und nicht bereit ist, sich einem Modediktat zu unterwerfen. Das ist für ihn Ehrensache! 

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